Waschlavor

Wer heute noch im Besitz einer Waschlavor ist, benutzt diese als Deko. Die tägliche Körperhygiene spielte sich zu Großmutters Zeiten im Schlafzimmer ab. Dort stand ein sogenannter Waschtisch oder Waschkommode. Es war ein Schränkchen mit zwei Türen und Schubladen. Darin wurde die „Leibwäsche“ aufbewahrt. Die Abdeckung der Kommode war in der Regel aus Marmor und an der Rückwand befand sich ein Aufsatz mit einer Ablage und einem Spiegel. Auf der Platte stand die schmucke „Waschlavor“. Dieser Begriff hat sich aus dem deutschen Wort „Wasch“ und dem französischen Wort „lavoir“ (=Waschplatz) gebildet. Die Wachlavor bestand aus einer runden Schüssel, einer Kanne mit Henkel und dazu passend eine Seife- und Kammablage. Sie gibt es entweder aus Porzellan, Keramik oder Emaille. Diese Hygiene-Station im Schlafzimmer benutzten vorwiegend die Frauen. Und die Männer? Die mögen sich den Sonnenkönig als Vorbild genommen haben, bei dem Wasser verpönt war.

Ursula Voll